Smart Hospital

Das Krankenhaus der Zukunft

Lesedauer: 10 Minuten | 856 Wörter | Autor: Stefan Haupt

Lassen Sie uns gemeinsam eine kleine Reise ins Jahr 2025 machen. Sie haben sich beim Sport Bein, Schulter und Arm gebrochen und müssen nun zur Diagnose in ein Krankenhaus. Als Sie im Eingangsbereich ankommen, ist es ein wenig als betreten Sie das Innere eines Raumschiffs, das ruhig und besonnen vom Captain gesteuert wird – und der begrüßt Sie persönlich am Eingang.

Die digitale Zukunft

Inmitten surrender Computer sitzt ein Dispatcher und koordiniert virtuelle Kommunikation. An den Wänden hängen montierte Flachbildschirme, mit Dutzenden Live-Dashboards. Die Displays zeigen die aktuellen Auslastungen von medizinischem Personal, Gerät und Zimmern. Die Auslastung wird nicht nur in Echtzeit angezeigt – die dahinter arbeitende Software stellt mithilfe prädiktiver Modellierung Prognosen an, um vorauszusehen, wann das nächste Intensivbett oder – wie in Ihrem Fall wichtig – der nächste Röntgenraum verfügbar sein wird.

Digitale Zukunft des Krankenhauses

Schon mit Ihrem Eintreffen hat die Klinik koordinieren können, wer Sie behandelt, wann Sie behandelt werden und wie lange es dauern wird. Der Krankenwagen, der Sie abholt, übermittelt bereits die Patientenakte. Das Krankhaus ist also bestens auf Ihr Eintreffen vorbereitet. Im Behandlungsraum arbeitet der Arzt mit einer HoloLens-Brille, diagnostiziert binnen kürzester Zeit eine Haarriss-Fraktur des Ellenbogens und schickt Sie zum Gipsen. Ihnen wird ein Therapieplan auf Ihr Smartphone, der zudem noch eine Vorbeugestrategie beinhaltet.

In jeder Sekunde der zwei Stunden, in der Sie sich in dieser Klinik aufhielten – vom Moment des schmerzvollen Eintreffens bis zum Verlassen mit vergipstem Arm – haben Sie das Gefühl, dass sich die gesamte Klinik nur um Sie dreht. Sie mussten kaum warten, wurden jederzeit verständlich über Diagnose und Therapie informiert und wissen genau, wie die Genesung vonstattengehen soll.

Willkommen im Smart Hospital.

Die analoge Gegenwart

Die Gegenwart sieht anders aus. 2018 analysierte die empirica Gesellschaft für Kommunikations- und Technologieforschung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung den Stand der Digitalisierung des Gesundheitssystems von 17 Ländern und bewertete sie nach dem neuentwickelten Digital-Health-Index. Die Platzierung Deutschlands ist ernüchternd: das Gesundheitssystems landete auf Platz 16. Allerdings trifft der Index keinerlei Aussage über die Qualität des Gesundheitssystems. Krankenhäuser und Klinken sind der Kern Kern des deutschen Gesundheitssystems. Dort arbeiten hervorragende Mediziner und Pflegekräfte, die die COVID-19-Pandemie sehr gut meistern. Allerdings ist das gute Krisenmanagement keine Begründung für den Umstand, dass das deutsche Gesundheitssystem noch immer zu einem Großteil auf Stift und Zettel basiert.

Digital Health Index 2018 Infografik

Das Smart Hospital

Das Smart Hospital zeichnet sich durch eine nahtlose Integration fortschrittlicher Technologien in die täglichen Arbeitsabläufe des Personals und des physischen Gebäudes selbst aus. Durch die integrierte Technologie werden Ressourcen optimiert, betriebliche Prozesse und Arbeitsabläufe rationalisiert und – das ist die zentrale Komponente – die Patientenresultate verbessert. Das Smart Hospital ist in der Lage, nicht nur die Instrumente, die Ärzte benutzen, sondern auch die Krankenhäuser, in denen sie sie einsetzen, zu verändern und "intelligente" Einrichtungen selbst zu strategischen Partnern in der Patientenversorgung zu machen. Das Smart Hospital beschreibt also die Transformation eines traditionellen Krankenhauses in ein technologisch ausgebautes, auf Patienten und Personal fokussierte Einrichtung.

Definition des Smart Hospitals

Noch im April 2020 bezeichnete der Sachverständigenrat Gesundheit (SVR) auf Spiegel Online die Corona-Pandemie als Brennglas für die Probleme des deutschen Gesundheitswesens. Der SVR forderte als Antwort eine Digitalisierungsoffensive – insbesondere in Krankenhäusern und Kliniken. Im Mai veröffentlichte dann noch der bvitg einen Fahrplan für ein zeitgemäßes digitales Krankenhauswesen.

Eine solche Digitalsierungsoffensive darf auf keinen Fall mit der Herrschaft des Algorithmus enden. Wir müssen das Smart Hospital vor allem als eine kulturelle Definition begreifen. Das Smart Hospital wird durch den Einsatz von Technologie keinesfalls technologisch-kühl – im Gegenteil: empathischer. Dafür müssen wir verinnerlichen, dass – wie auch bei der Digitalen Transformation im Allgemeinen – der Impuls zu Digital Clinical Transformation aus der Institution selbst heraus entstehen muss. Die Industrie kann lediglich die Software-Lösungen anbieten und die Politik die Rahmenbedingungen vorgeben. Mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz und dem Patientendaten-Schutzgesetz hat die Politik Grundlagen dafür geschaffen. Die Industrie wiederum bietet ein umfangreiches Software-Portfolio zur Digitalisierung von Krankenhäusern an.

Jetzt sind die Kliniken selbst an der Reihe. Doch die dazu notwendige Digitalisierungsstrategie und deren Umsetzung muss aus der medizinischen Einrichtung selbst kommen. Sie muss von jenen angeführt werden, die am besten wissen, wo Digitalisierung Ärzte und Pfleger entlasten kann, um jene wieder in den Mittelpunkt zu stellen, um die es geht: die Patienten.

Erfolgsfaktoren für das digitale Gesundheitswesen

Die Erfolgsfaktoren

Im Rahmen des Digital-Health-Index listet die empirica Gesellschaft für Kommunikations- und Technologieforschung drei Faktoren, die für den Transformationserfolg zum Smart Hospital ausschlaggebend sind:

An erster Stelle steht die »Policy-Aktivität«: Also das politisch, strategische Vorgehen des jeweiligen Landes, der gegebene Rechtsrahmen und die institutionelle Verankerung und Zuständigkeiten. Diese Komponenten waren in Deutschland bisher wenig ausgeprägt.

An zweiter Stelle steht die sogenannte »Digital-Health-Readiness«: Sie beschreibt die technische Implementierung sowie den digitalen Reifegrad der medizinischen Einrichtungen. Auch hier hat Deutschland massiven Aufholbedarf.

An dritter Stelle steht die tatsächliche Datennutzung: Wenn die vorherigen zwei Punkte nur unzureichend erfüllt sind, erfolgt auch kein ausreichender vernetzter Austausch von Daten.

Der Prozess der Digitalisierung – hin zum Smart Hospital – orientiert sich am erwarteten Nutzen und erfolgt in pragmatischen Schritten.

Lassen Sie uns diese Schritte gemeinsam gehen.

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